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Lebenslauf:
Alois Bauchinger wurde am 13. Juni 1889 in Pinsdorf, Bezirk Gmunden als Sohn des Hausbesitzers Lorenz und der Anna Bauchinger, geborene Pesendorfer geboren.[1]
Nach der Schulbildung war er als Fabrikarbeiter beschäftigt. (Vermutlich in einer der Großen Papierfabriken in Laakirchen oder Steyrermühl).
Seine militärische Laufbahn begann am 22. April 1911 mit der Assentierung als Rekrut zum k.k. Landwehr -infanterie –Regiment Linz Nr. 2. Seine Aktive Dienstleistung beim obgenannten Regiment begann am 5. Oktober 1911 als Infanterist bei der 1. Kompagnie in der Landwehrkaserne in Linz. Das k.k. Landwehrinfanterieregiment Linz Nr. 2 wurde 1889 aus den Landwehr- bataillonen Linz Nr.6, Wels Nr.7 und Salzburg Nr. 8 gebildet. Der Garnisonsort war Linz an der Donau.
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Die beiden Landwehrinfanterieregimenter Linz Nr.2 und St. Pölten Nr.21 bildeten 1901 die neu aufgestellte k.k. Landwehrinfanterie -brigade Nr. 87.[2]
Nach erfolgreich abgelegter Schützenprüfung wurde Infanterist Bauchinger am 30. Mai 1912 zum Schützen ernannt. Am 10. September 1912 wurde er als Sanitätshilfskraft beim k.k. Landwehrspital in Linz eingeteilt. Mit gleichem Datum erfolgte seine Transferierung von der 1. Feld -kompagnie zum Stab des Ersatzbataillons. 16 Tage später, am 26. September erfolgte die Übersetzung in den Urlaubsstand bzw. mit 31. 12.1913 Versetzung in die Reserve.
Nach den Schüssen von Sarajevo und der Mobilmachung bzw. nach Ausbruch des Krieges mit Serbien und Russland wurde Alois Bauchinger, nunmehr Reserve Infanterist, am 2. August 1914 wieder zur aktiven Dienstleistung bzw. zur Ergänzung der Landwehr auf den Kriegszustand herangezogen.[3] Die nächste Beförderung erfolgte am 21. August 1914 vom Res. Infanteristen zum Res. Gefreiten. Zwischenzeitlich wurde das Landwehrinfanterieregiment Linz Nr. 2 welches zur 44. Landwehrinfanteriedivision (FML. Heinrich Tschurtschenthaler von Helmheim) gehörte[4] an die russische Front in Galizien im Raume Lemberg - Sambor verlegt.[5]
Laut Hauptgrundbuchblatt stand Alois Bauchinger seit 4. September 1914 im Felde. Zu diesem Zeitpunkt tobte bereits die 2. Schlacht um Lemberg. In diesen Kampftagen standen den 7 bis 9 österr.-ung. Divisionen auf russischer Seite 18 Infanterie und 6 Kavalleriedivisionen gegenüber. Das Regiment musste beim Angriff auf Stradez und Rottenhan schwere Verluste hinnehmen. Mitte September machte Res. Gefeiter Alois Bauchinger den Rückzug über Przemysl – Gorlice nach Przylop mit.
Von Mitte Oktober bis Ende Oktober 1914, in der Schlacht um Przemysl –Chyrow bei welcher um die Höhe Magiera bei nasskaltem Wetter erbittert gekämpft wurde, bestand das Regiment (folgend als LIR 2 zitiert) die Abwehr der wiederholten Angriffe der Russen bei Zrotowice . Das Städtchen Zrotowice wechselte mehrmals den Besitzer, bis es endgültig am 20. Oktober 1914 vom LIR 2 eingenommen werde konnte.
Nach dem von der 3. Armee befohlenen Generalangriff am 26. Oktober 1914 war das LIR 2 die vorderste Gruppe nördlich der Magiera (Kote 315), bis es am 29. Oktober 1914 vom Honvedinfanterieregiment Nr. 2 abgelöst wurde.[6] Alois Bauchinger wurde bei den Kämpfen um die Magiera östl. von Zrotovice am 29. Oktober 1914 durch einen Schrappnellschuß am rechten Unterschenkel schwer verwundet.[7] (In den amtlichen Verlustlisten scheint für das angegebene Datum kein Eintrag über Alois Bauchinger auf).[8] Nach seiner Genesung, wurde Res. Korporal Bauchinger am 16. Juni 1915 bei der in Neuaufstellung befindlichen 3. Feldkompagnie eingeteilt. Zu diesem Zeitpunkt war das Regiment bereits an die Südwestfront verlegt worden. In diesem Zusammenhang wurde im Brigadekommandobefehl vom 10. Juli 1915 von Generalmajor Erwin Jellenchich nachfolgendes bekannt gegeben:
| „Die zu dieser Brigade schon im Frieden gehörenden beiden LIR 2 und 21 haben sich in zehnmonatigem Ringen gegen die Übermacht russischer Armeen einen glänzenden Ruf erworben. Ich bin Stolz darauf, diese Brigade zu kommandieren, und hege die feste Überzeugung, das die 87. LIBrig. Binnen kurzer Zeit auch auf dem neuen Kriegsschauplatze als eine der tapfersten allgemein bekannt wird“.[9] |
Bis zum 27. Juni lag das Regiment im Raum Cernizza und Malovse auf Retablierung. Danach erfolgte die Verlegung ins Krngebiet am oberen Isonzo, wo für die nächsten achteinhalb Monate das Stellungs- bzw. Kampfgebiet für das LIR 2 lag. In dieser Baum- und Strauchlosen Höhenstellung im Bereich der Gipfel des Vrisič Lipnik und der Kote 1776 - genannt „Teufelsfelsen“ - wurde von den Linzer Zweiern in diesem Zeitraum zähe und verbissen verteidigt. Das Stellungsgebiet der 3. Feldkompagnie in welcher Res. Korporal Alois Bauchinger eingeteilt war, befand sich im Abschnitt Kote 1776 – Teufelsfelsen. Am 15. August 1915 wird erstmals ein Angriff der Italiener in diesem Bereich abgewiesen. Die Italiener arbeiteten den ganzen Monat August am Fuße der Vorstellung von Kote 1776 an nicht einsehbaren Stellen, welche durch überhängende Felsen geschützt waren.
Alois Bauchinger war zu diesem Zeitpunkt Schwarmkommandant einer vorgeschobenen Feldwache der 3. Feldkompagnie. Am 5. September 1915 fasste er den Entschluss die Italiener zu vertreiben. Die nun folgende Tat sollte ihm die Goldene Tapferkeitsmedaille einbringen. Doch nun lassen wir den damaligen Regimentskommandanten des LIR 2, Oberstleutnant Konstantin Wasserthal Ritter von Zuccari[10] zu Wort kommen. Denn dieser war auch der Antragsteller bzw. Verfasser des Belohnungsantrages zur Goldenen Tapferkeitsmedaille für Alois Bauchinger:
| Hat sich als Kommandant einer Vorgeschobenen Feldwache am 5. 9. auf Kote 1776 über eine 100m tiefe Wand angesichts des Feindes abseilen lassen, um an einer Stelle, an der die Italiener teilweise Arbeiten verrichteten, zu untersuchen. Die Rekognoszierung bestätigten die tatsächlich vorgenommenen technischen Arbeiten der Italiener. Der Kommandant des Abschnittes konnte sich aufgrund dieses Ergebnisses rechtzeitig zu wirksamen Gegenmaßnahmen entschließen. Am 7.9. 4 Uhr früh ließ sich der Genannte von einer anderen Stelle der Wand mit Revolver und Handgranaten bewaffnet abseilen um die vorgenommene Stellung zu besichtigen. Er stieß am Fuße der Wand auf eine feindliche schlafende Feldwache von 8 Mann und erschoss auf einer Entfernung 2 Italiener, einen verwundete er durch Rückenschuss. Als er wie ausgemacht auf die Schussdetonationen am Seil wieder heraufgezogen wurde, warf er auf halber Höhe die Handgranaten ab. Genannter stand am 4. September 1914 bis 29. Oktober 1914 im Felde, wurde am 29. Oktober 1914 bei Zrotowice durch einen Schrapnellschuss am rechten Unterschenkel verwundet und befindet sich seit 2. Juni 1915 abermals im Felde. Beantrage Goldene Tapferkeitsmedaille. |
Standort am 7. September 1915 Wasserthal, Oberst
Der zuständige Brigadier der 183. Infanteriebrigade GM Otto Gössmann machte bei der Begutachtung noch folgenden handschriftlichen Eintrag:
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Eine sehr bravouröse tapfere Unternehmung die außergewöhnlichen Mut verlangt, welcher sich dieser Tatenfreude in 2 Fällen zeigte, wärmstens befürwortet. |
Mit Brigadekommandobefehl Nr. 50 vom 8.9.1915 wurde die tapfere Tat des Alois Bauchinger nochmals verlautbart jedoch mit dem Zusatz:
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„Korporal Bauchinger ist mit sofortiger Wirkung zum Zugsführer zu befördern“. |
Dies wurde am nächsten Tag von Oberstleutnant von Wasserthal auch durchgeführt. Am 9. September wurde der Belohnungsantrag vom zuständigen Divisionär der 44. Landwehrinfanterie- Truppendivision GM Nemeczek positiv weitergeleitet. Zuletzt wurde der Antrag dem zuständigen Armeegruppenkommandanten, G.d.K. Rohr vorgelegt, welcher mit 21. September 1915 die Goldene Tapferkeitsmedaille für Res. Korporal Alois Bauchinger beantragte.
Die nun an Korporal Alois Bauchinger verliehene Goldene Tapferkeitsmedaille wurde am 20. Oktober 1915 im PVBl. Nr. 132 für die k.k. Landwehr verlautbart.[11] Somit erhielt Alois Bauchinger als 2. Regimentsangehöriger die Goldene Tapferkeitsmedaille. Im Hauptgrundbuchblatt ist mit 23. November 1915 vermerkt, das Zugsführer Alois Bauchinger erkrankt ins Spital abgegangen ist. Wann Zugsführer Bauchinger wieder genesen zum Regiment einrückte, lässt sich heute nicht mehr feststellen.
Am 11. Jänner 1916 besuchte der Thronfolger Erzherzog Karl Franz Joseph das Divisionskommando in Soča. Bei der zu diesem Zwecke zusammengestellten Ehrenkompagnie war auch ein Zug der bestdekorierten Soldaten des LIR 2 dabei, stellvertretend für die die 3. Feldkompagnie war dies unter anderem Zugsführer Alois Bauchinger.[12]
Mitte März 1916 erfolgt die Verschiebung des Regiments mit der 44. Landwehr - Infanterietruppendivision nach Südtirol. Im April besichtigte GdI von Kövess und der Kommandant der Südwestfront Erzherzog Eugen die 44. LITD. Währendessen liefen bereits die Vorbereitungen für die Südtiroloffensive. Die Planung des AOK lief darauf hinaus, einen frontalen Durchbruch durch die italienische Front anzustreben um einen schnellen Austritt in die Ebene zu erzwingen. Dabei sollten die österreichisch-ungarische 3. und 11. Armee angesetzt werden. Besonders wichtig für das Gelingen der Offensive war der Überraschungseffekt. Die starken Schneefälle im Februar 1916 verzögerten den Start der Offensive um einen ganzen Monat. Des weitern blieb auch den Italiener die Massierung österreichisch – ungarischer Truppen in Südtirol nicht verborgen.
Als die Südtirol - offensive verspätet und trotz unvollständigem Aufmarsch am 15. Mai 1916 begann, hatte die italiensche Heeresleitung ihre Truppen im Angriffraum bereits massiv verstärkt.[13] Das LIR 2 bzw. die 44. Landwehrinfanterietruppendivision unterstand der 3. Armee unter GdI von Kövess. Anfang Juni 1916 lag das LIR 2 als Divisionsreserve in Forni. Am 4. Juni 1916 erfolgte der Abmarsch des Regiments über Pedescala, Punta Corbin auf die Hochfläche der Sieben Gemeinden.
Genau an diesem Tag setzte an der Front gegen Russland der russische Großangriff gegen die österreichisch – ungarischen Truppen in Wohlhynien ein. Der so genannten russischen Brussilow – Offensive gelangten außerordentliche Erfolge. Das AOK musste daher jeden verfügbaren Verband an die bedrohte Front im Osten werfen.
Daher wurde auch von der Heeresgruppe Erzherzog Eugen je eine Division herausgezogen und an die Ostfront verlegt.[14] Vom 6. bis 9. Juni 1916 geht das Regiment (LIR 2) mit 2 Bataillonen in Stellung vom Monte Barco bis einschließlich Monte Panoccio. In mehrtägigen anstrengenden Arbeiten wurde schwere Artillerie so in Stellung gebracht, dass sie ohne Stellungs- -wechsel den Angriff bis an den Rand der Hochfläche, also bis auf den Monte Pau und den Monte Faraoro mit ihrem Feuer begleiten konnte. Der Angriff des I. Korps der 3. Armee begann am 15. Juni. Anfangs gewann man gut an Raum. Aber bald kamen die Truppen ins Flankenfeuer versteckter Maschinengewehre. Das schwierige Gelände verzögerte die Vorrückung stark. Der bewaldete Karst bot dem Feind nicht nur vorzügliche Stützpunkte sondern er entzog auch die feindliche Stellung, besonders die Maschinengewehre, dem eigenen Artilleriefeuer.[15]
Das LIR 2 konnte die seit Angriffsbeginn vom 15. Juni 1916 seine erreichten Linien bis zum 18. Juni halten. Einen Tag später wurde das Regiment aus diesem Kampfraum abgelöst um wieder an die russische Front nach Galizien in den Raum Kolomea verlegt zu werden. Zugsführer Alois Bauchinger ist am 15. Juni 1916, gleich am ersten Angriffstag auf den Monte Pau (Trig. 1420) und 2 Tage nach seinem 27. Geburtstag gefallen. Allein der 15. Juni 1916 kostet dem LIR 2 6 tote, 39 verwundete und 6 vermisste Regimentsangehörige. Die Grablage von Zugsführer Alois Bauchinger konnte noch nicht eruiert werden. Ein Suchantrag beim Österreichischen Schwarzen Kreuz – Landesleitung Linz verlief negativ.[16]
[1] Pfarramt Pinsdorf; Geburts & Taufbuch Band II Seite 217 Reihenzahl 24
[2] Engel Friedrich, Geschichte der oberösterreichischen Landewehr Linz 1910 Seite 46
[3] ÖSTA /Kriegsarchiv Grundbuchblätter Oberösterreich Bez. Gmunden 1889 A-B
[4] Österreich Ungarns letzter Krieg 1914-1918 Wien 1931 Band 1 Seite 74 (Die 44. Landwehrinfanterie-
truppendivision war dem XIV. Korps (Innsbruck) unter dem Kommando von G.d.I. Erzherzog Joseph
Ferdinand unterstellt).
[5] Merkblätter zur Kriegsgeschichte des k.k. Schützenregiments Nr. 2; Linz 1918 Seite 3 ff.
[6] Die 2er Schützen im Weltkriege 1914 – 1918 undatiert, Heft 1 Seite 56 ff.
[7] ÖSTA / Kriegsarchiv Mannschaftsbelohnungsanträge, MBA 143 550 Karton 63
[8] ÖSTA / Kriegsarchiv Verlustlisten LIR 2 Oktober-November 1914
[9] Major Anton Sichelstiel; Das k.k. Schützenregiment St. Pölten Nr. 21 Seine Friedens und Kriegsgeschichte, Wien 1930 Seite 101
[10] war ein gebürtiger Klosterneuburger, später in Linz Heimatzuständig ab 8. Februar 1918 Generalmajor
ÖSTA / Kriegsarchiv Gruppe 1, Personalevidenzen, Offiziers Qualifikationslisten für Konstantin Wasserthal v. Zuccari
[11] OÖ Landesbibliothek; II 15070 Personalverordnungsblätter f.d.k.k. Landwehr und Gendarmerie
für das Jahr 1915; Verordnung Nr. 132 Seite 1731
[12] ÖSTA / Kriegsarchiv Operatoinsakten LIR2 Jänner bis April 1916 Faszikel 1642
[13] Truppendienst Taschenbuch Nr. 7, Der erste Weltkrieg, Anton Wagner Wien 1981, Seite 150 ff.
[14] Truppendienst Taschenbuch, Der erste Weltkrieg Anton Wagner, Wien 1981 Seite 160 ff.
[15] Der große Krieg 1914/1918, Band V, (Der österreichisch-ungarische Krieg), Hg M. Schwarte, Leipzig 1922, Seite 222 ff.
[16] e-mail, Sekretariat ÖSK Linz vom 30.10. 2004