Der Wehrmann in Eisen zu Linz

 

Anfangs April 1915 beschloß die Vermittlungsstelle die Aufstellung eines „Eisernen Wehrmannes in Linz“.

Der bedeutende akad. Bildhauer Adolf Wagner, ein gebürtiger Rohrbacher, stellte die Figur gegen bloßen Ersatz der Kosten her.

Bereits am 26. Mai 1915 erfolgte die feierliche Enthüllung des Wehrmannes.

Die ersten Nägel schlug im Auftrage der k. u. k. Hoheiten Erzherzog Josef Ferdinand und Heinrich Ferdinand der damalige Statthalter Baron Handel ein.

 

Eine Reihe von Promenade-Konzerten, festliche Benagelungen durch Schulen und Vereine usw. machten den „Wehrmann in Eisen“ bald sehr beliebt und geschätzt.

 

Mit Eintritt der kalten Jahreszeit wurde die Benagelung unterbrochen.

Bei der Wiedereröffnung im Mai 1916 hielt der Vizepräsident der k. u. k. Statthalterei, Herr Rudolf Graf Thun- Hohenstein eine bedeutsame Ansprache.

 

Ende 1916 wurden sehr gelungene, kleine Nachbildungen des Wehrmannes - von der Hand des Künstlers selbst geformt – zum Verkauf gebracht.

 

Die Wehrmannaktion leitete der Chefredakteur der „Tages-Post“ Dr. Karl Ritter von Görner.

Architekt Prof. Moritz Balzarek entwarf in uneigennütziger Weise den Pavillon, Herr Kl. Brosch ebenso das Gedenkblatt für den Nagelschlag.

Die Buchdruckerei Julius Wimmer GmbH lieferte Gedenkblätter und Ansichtskarten zum Selbstkostenpreis.

Der Reinerlös des Wehrmannes, der den Hinterbliebenen gefallener oberösterreichischer Krieger und den Kriegsinvaliden aus Oberösterreich zugekommen ist, hat insgesamt 46.550 Kronen 41Heller betragen.

 

ZITAT:

Der Wehrmann in Eisen zu Linz wird im Stiegenhaus des Museums (gemeint war hier das Schlossmuseum Linz) eine immerwährendeErinnerung an die Opferwilligkeit der großen Zeit sein“.

 

Der Wehrmann hat auch den zweiten Weltkrieg mit Bombenangriffen und Plünderungen überlebt. Er war bis 2013 im Museum Schloss Ebelsberg aufgestellt und 2014 wurde der Wehrmann in Eisen im Linzer Schlossmuseum in der Sonderausstellung "Oberösterreich im Weltkrieg" gezeigt.

 

 

 

 

Aus:

Oberösterreich im Weltkrieg

Friedrich Pesendorfer

Kath. Presseverein Linz 1917