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Traditionspflege

 

 

    HINTERGRÜNDE DER GEMEINSAMEN
 TRADITIONSPFLEGE

 

„Was hat das Panzergrenadierbataillon 13 in Ried mit der Traditionspflege der Linzer Zweier zu tun?“ Diese Frage wird oft gestellt, und ist wie folgt zu erklären:

Das k. k. Landwehrinfanterieregiment Linz Nr. 2 darf sich als Nachfolger der fünfzehn oberösterreichischen Landwehrbataillone betrachten, die 1809 im Grenzschutz gute Dienste geleistet hatten. Es wurde 1889 formiert und war ein oberösterreichisch – salzburgisches Regiment mit Stab in Linz. Im September 1915 wurde von Kaiser Franz Joseph I in Anerkennung der besonders verdienstvollen Leistungen im Weltkrieg der k. k. Landwehr eine Fahne gestiftet, und unter Aufsicht des Heeresmuseums 1916 produziert. Die feierliche Ausgabe des Feldzeichens sollte nach Beendigung des Krieges erfolgen, was jedoch durch den Zerfall der Monarchie nicht mehr geschah.

Am 8. Juni 1924 erfolgte die Übergabe eben dieser k. k. Schützenfahne M 15 an den „Kameradschaftsbund ehemaliger Zweierschützen in Linz“ in Form einer feierlichen Fahnenweihe durch den Brigardepfarrer Matthias Spannlang im alten Dom zu Linz anlässlich des Wiedersehensfestes des Edelweißkorps.

 

Fahnenweihe des AJR Nr.7in Linz (FOTO Archiv Heubel)

1920 wurde mit den Standorten Wels und Braunau das Alpenjägerregiment Kaiserin Maria Theresia Nr. 8 des österreichischen Bundesheeres aufgestellt.
Nachdem in der ersten Republik dem Bundesheer wieder sukzessive die Traditionspflege alten der kaiserlichen Armee übertragen wurde übernahm das AJR Nr. 8 die Traditionspflege des k. k. Schützenregiments Nr.2.

Am 2. Oktober 1935 erfolgte in Linz „in feierlicher Weise“ die Übergabe der alten LIR 2 Schützenfahne an das AJR 8. Dieses Feldzeichen wurde vom AJR 8 bis zur Auflösung des Bundesheeres 1938 geführt.


Nachdem sich das Bundesheer der 2. Republik zur Österreichischen Militärtradition bekennt, wurde dem Panzergrenadierbataillon 13 zur Überlieferungspflege die Truppenkörper k. k. Schützenregiment Nr. 2 und Alpenjägerregiment Nr. 8 zugewiesen (Erlass vom 25. November 1967).

Die alte Zweierschützen Fahne wurde beim 52. Regimentsgedenktag im November 1966 von den letzten noch lebenden Zweierschützen an das PzGrenB 13 übergeben und befindet sich noch heute in der Obhut der 13er. Diese prachtvolle Fahne ist das Schmuckstück im neu eingerichteten Traditionsraum, welcher sich im Kommandogebäude befindet.


 

Gelebte Tradition: Feldzeichentrupp des Panzergrenadierbataillon 13 am 15. November 2002 bei der Fahnenweihe der neuen Regimentsfahne des LIR.2 in der Linzer Stadtpfarrkirche. Fahnenpatin: Ihre Durchlaucht Nadejda Fürstin Starhemberg

Geschichte der Garnison RIED im Innkreis

Die Verteidigung von RIED lag noch im 18. Jahrhundert in den Händen der Bürgerschaft. Diese ursprüngliche bayerische Einrichtung wurde 1779 mit der Abtretung des Innviertels an Österreich in ein österreichisches Militärkorps umgewandelt. In den Jahren 1925 bis 1936 wurden immer wieder Einheiten des Österreichischen Bundesheeres der 1. Republik in der Stadt RIED einquartiert und führten hier im Rahmen dieser Verlegungen ihre Ausbildung durch. Nach jahrelangen Bemühungen der Rieder Stadtväter in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit war es schließlich 1936 so weit. Die Mühe und Arbeit der führenden Männer von RIED hatten ihren Erfolg gefunden: Den Bitten der Stadt folgend begann die Republik mit der Errichtung einer Garnison, die das gesamte Innviertel abdecken sollte. Nach Vollendung unter Baumeister Franz FELLNER erfolgte am 23. September 1937 die offizielle Einweihung und Übergabe der Kaserne RIED an den Kommandanten des neu aufgestellten OÖ. Infanterieregimentes Nr. 17 Oberstleutnant Franz WOLFSBERGER. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 nutzte die Deutsche Wehrmacht die Kaserne RIED. 1942 wurde die bestehende Kasernenanlage um mehr als das Doppelte erweitert und bis ins Jahr 1945 von verschiedenen Truppen (u.a. Panzer-Jäger-Abteilung 100) und militärischen Einrichtungen genutzt. Am 3. Mai 1945 zog nach kurzem, heftigem Kampf das 2. Bataillon des 66. Infantry Regiment (71. (US) - Infantry Division "Red Circle") in RIED ein. Amerikanische Truppen nutzten die unversehrt gebliebene Kaserne bis Ostern 1946. Bis 1956 wurde die Kaserne als Flüchtlingslager für Heimatvertriebene verwendet. Nachdem die Republik Österreich 1955 wieder ihre volle Souveränität erlangt hatte, sollte die Kaserne RIED mit Soldaten des neuen Bundesheeres belegt werden. Nach Instandsetzung und Adaptierung konnte die Kaserne RIED schließlich am 23. Februar 1958 wieder ihrer alten Bestimmung übergeben und vom vollmotorisierten OÖ. Feldjägerbataillon 13 unter ihrem ersten Kommandanten Major Friedrich OBERMAIR bezogen werden. Damit wurde RIED wieder zur Garnisonsstadt. Die feierliche Garnisonseröffnung auf dem Rieder Stadtplatz fand in Anwesenheit des Herrn Bundesministers für Landesverteidigung GRAF und des Herrn Landeshauptmannes von OÖ. Dr. GLEISSNER unter großem Beifall der Bevölkerung statt. BM GRAF führte in seiner Festsprache aus: "RIED als Garnison zu haben, heißt Glück zu haben!" Im Jahre 1959 wurde der 1. Garnisonsball abgehalten. Der seitdem jährlich stattfindende Garnisonsball ist heute einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Innviertel und konnte bei kontinuierlicher Steigerung im Jahr 2004 bereits 4.000 Besucher verzeichnen.1959 wurde die Schießstätte WEIERFING angepachtet und 1961 der Garnisonsübungsplatz ASENHAM angekauft. In den Sommermonaten 1962 und 1963 wurde vorwiegend in Handarbeit des Kaders der erste Sportplatz und später noch die Hindernisbahn gebaut. Am 1. Oktober 1963 erfolgte die Umgliederung zum Panzergrenadierbataillon 13. Als Kampffahrzeug kam der amerikanische Schützenpanzer M-21, ein Halbkettenfahrzeug, zum Einsatz. 1965 fand die Umrüstung des Bataillons auf den Schützenpanzer SAURER statt. Die offizielle Namensgebung "General ZEHNER-Kaserne" erfolgte am 15. Mai 1967, benannt nach dem Staatssekretär für Heerwesen in der 1. Republik, General der Infanterie, Wilhelm ZEHNER Diese Benennung war der Rieder Kaserne schon 1936 zugedacht worden, kam aber durch die Ereignisse im Jahr 1938 nur kurz zum Tragen Der Rieder Stadtplatz war am 15. Mai 1981 der Schauplatz der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde des PzGrenB13 mit der Stadtgemeinde RIED/Innkreis. Diese Partnerschaft festigte und bekräftigte den bereits seit Jahrzehnten bestehenden hervorragenden Kontakt zwischen den "13ern" und der Stadt RIED. 1991 bewährte sich das Bataillon beim Sicherungseinsatz in Kärnten. Seit 1991 besteht auch die "13er-Kameradschaft", welche heute den größten wehrpolitischen Verein in Österreich mit 1.900 Mitgliedern bildet. Sie wirkt in vielfältiger Art und Weise unterstützend für das Bataillon und sucht bundesweit ihresgleichen. 2001 setzt das Bataillon durch die Aufstellung der Österreichweit ersten Kaderkompanie für den Einsatz im KOSOVO (KFOR 5) neue Maßstäbe. Im Zuge des schweren Augusthochwassers 2002 bewährte sich das Bataillon in den Räumen RIED, AUROLZMÜNSTER, SCHÄRDING, KREMS und unteres KAMPTAL. Seit 2003 werden die altgedienten Schützenpanzer SAURER sukzessive durch den derzeit weltweit modernsten Schützenpanzer ULAN ersetzt. Die ersten 12 SPz ULAN trafen am 19 12 03 in RIED ein.
Das PzGrenB13 genießt heute innerhalb des Österreichischen Bundesheeres einen ausgezeichneten Ruf und bildet ein maßgebliches Element der 4. Panzergrenadierbrigade. Im Frieden darin geübt, wird es auch im Einsatz eine Verpflichtung sein, seinem Wahlspruch gerecht zu werden:
"Tapfer, standhaft und treu!"

Oberleutnant Mag. phil. Sebastian HEISSL, S1/5