Um nicht zu vergessen

 K.k. Landwehrinfanterieregiment Linz Nr. 2
Gesellschaft für lebendige Geschichtsdarstellung

1914  –  2014

1918  –  2018

Militärwissenschaftliche Abteilung der Linzer Zweier

Offiziere des 2. Bataillons 1.12.1914 bei Pilica

Um nicht zu vergessen ...

Hundert Jahre sind seit den für unser Österreich so entscheidenden und dramatischen Ereignissen vergangen, welche noch bis in unsere Zeit nachwirken. Nach dem Attentat am 28. Juni 1914 auf den Thronfolger EH. Franz-Ferdinand und seiner Gemahlin Herzogin Sophie war die politische Situation in Europa endgültig so verfahren, dass eine diplomatische Lösung nicht mehr möglich war. Ab dem 28. Juli 1914 erfolgte europaweit Kriegserklärung auf Kriegserklärung, sodass bis Ende 1914 die wichtigsten Staaten in Europa sowie Japan miteinander bzw. gegeneinander im Krieg lagen. Diesem Totentanz schlossen sich 1915 Italien und Bulgarien, 1916 Rumänien und Griechenland sowie 1917 die USA an. Die Blüte der oberösterreichischen  Jugend zog 1914 zumeist begeistert ins Feld. Zum k.k. Landwehr Infanterie Regiment Linz Nr. 2 rückten im August 1914 gleichsam Schulter an Schulter der spätere Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner (ÖVP) und der spätere Linzer Bürgermeister Dr. Ernst Koref  (SPÖ) ein. Beide errangen im Ersten Weltkrieg hohe Tapferkeitsauszeichnungen und verloren auch in Memoiren bzw. Biographien kein schlechtes Wort über ihre Einheit und ihr Vaterland. Auch Künstler von hohem Rang wie der Linzer Klemens Brosch, Karl Hayd und Nikolaus Schattenstein, ein russisch-jüdisches Mitglied des Kriegspressequartiers, waren in der Evidenz der Zweier Landwehr. Vier Jahre eines Krieges, welcher nach Meinung seiner Proponenten spätestens Weinachten 1914 beendet sein sollte,  hinterließen ein politisch völlig verändertes Europa:

  • Die ö.-u. Doppelmonarchie wurde in eine Reihe unbedeutender Kleinstaaten aufgespalten und es wurden viele neue, willkürliche Grenzen gezogen.
  • Das deutsche Kaiserreich musste Gebietseinbußen hinnehmen, hohe Reparationszahlungen leisten und wurde zur Republik.
  • Im Zarenreich führte der Weg über Revolution und Bürgerkrieg zum Stalinismus.
  • Italien erhielt trotz seines militärischen und wirtschaftlichen Beinahe-Zusammenbruchs als Dank für seinen Verrat am Bündnispartner Gebietsgewinne - auch das deutsche Südtirol war verloren!
  • In Festland-Europa ergriffen radikale Bewegungen fast je des Land. In Österreich führte dies zu blutigen Bürgerkriegen und schließlich zum Ende der Ersten Republik.
  • Auch in dieser Hinsicht hat der Erste Weltkrieg die Büchse der Pandora geöffnet und führte direkt in den furchtbaren Zweiten Weltkrieg.

Nicht nur die unzähligen Toten und Vermissten – auch die physisch und psychisch Verwundeten und Invaliden prägten schließlich das Aussehen und die Einstellung einer ganzen Generation. Ungefähr 22.500 oberösterreichische Soldaten kostete der Krieg das Leben.

Die Auswirkungen dieses Krieges waren auch auf Oberösterreich gravierend. Unterernährung und Unterversorgung leisteten einer europaweiten Grippewelle Vorschub, welche sehr viele Todesopfer forderte. In Linz kam es nach dem Kriegsende auch zu Ausschreitungen und Plünderungen, vor allem von Lebensmittelagern und Kasernen. Unruhe herrschte auch auf den Straßen,  Streiks, Aufstände und Massendemonstrationen gab es im ganzen Land. Es folgten auch Zusammenstöße mit der Exekutive, wobei es Tote und Verletzte gab.

Über uns

Unsere Gesellschaft für lebendige Geschichtsdarstellung hat sich 1997 gegründet und beschäftigt sich mit der Traditionspflege und militärhistorischen Erforschung dieser oberösterreichischen Truppenkörper in der Zeit vor und während des 1.
Weltkrieges:

1) Landwehr-Infanterie-Regiment Linz No. 2 – LIR 2

Der sogenannte Ausgleich mit der ungarischen Reichshälfte im Jahre 1867 billigte den Ungarn die Errichtung einer ungarischen nationalen Armee – der sogenannten k.u. (königlich ungarischen) „Honved“ zu. Zur Wahrung des militärischen Kräftegleichgewichtes wurde auch in der österreichischen Reichshälfte eine nationale Armee – die k.k. Landwehr – errichtet. Das LIR 2 wurde 1889 begründet und bestand bis zum Kriegsende 1918.

2) Landsturm-Infanterie-Regiment Linz No. 2

In der k.u.k. Monarchie waren alle männlichen Staatsbürger mit 21 Jahren „dienstplichtig“, d.h. diese mussten für 2 Jahre einrücken. Danach schloss sich eine 8 – 10jährige Reservezeit an, d.h. im Kriegsfalle musste der Soldat in dieser Zeit zu seinem Stamm-Truppenkörper bei der k.u.k. Armee oder bei der k.k. Landwehr (bzw. k.u. Honved) einrücken. Um die Wehrkraft der Männer auch außerhalb dieser Zeit nutzen zu können war ein Mann in Friedenszeiten vom 19. bis zum
42. Lebensjahr, in Kriegszeiten vom 18. bis zum 50. Lebensjahr sogenannt landsturmplichtig. Er musste daher im Kriegsfalle zwischen dem 19. (18.) und 21. Lebensjahr und dem 32. und 42. (50.) Lebensjahr zu einem eigenen Truppenkörper – den Landsturm-Regimentern - einrücken. Wegen der noch fehlenden Ausbildung und dem schon etwas fortgeschrittenen Lebensalter der Soldaten war ursprünglich angedacht, dem Landsturm nur leichtere militärische Aufgaben zu stellen, wie z.B. Bewachung von wichtigen Objekten, Bautätigkeiten von Stellungen und Unterkünften etc. Der Krieg gegen so übermächtige Gegner machte es bald erforderlich, die Landsturmeinheiten für reguläre Kampfeinsätze heranzuziehen.

3) Freiwilliges Oberösterreichisches Schützenregiment - FWOÖS

Als sich zum Jahreswechsel 1914/1915 ein Kriegseintritt des ehemaligen Bündnispartners Italien auf Seiten der Gegner abzeichnete konnten von der ohnedies äußerst belasteten Front gegen Russland nur in minimalem Ausmaß Kampftruppen zur Verteidigung der neuen Front im Süden abgezogen werden. Es wurden daher in den Alpenländern vielfach aus den Reihen der Schützenvereine sowie anderer patriotischer Vereinigungen Freiwillige für den Kriegsdienst geworben. Da ein Mann zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr regulär dienstplichtig bzw. landsturmplichtig (s.o.) war, rekrutierten sich die Freiwilligen aus 16 bis 18jährigen bzw. über 50jährigen Männern sowie aus Mindertauglichen. In Oberösterreich und Teilen Salzburgs konnte so ein Freiwilliges-Schützen-Regiment aufgestellt werden, welches in der Jahresmitte 1915 nach der Ausbildung mit knapp 1500 Mann in den Krieg gegen Italien zog. Dieses Regiment war an vielen Brennpunkten der Südwestfront eingesetzt und bestand bis Kriegsende 1918.

Archiv - Museum

In den langen Jahren unseres Bestehens konnten wir zahlreiche Chroniken, Tagebücher, Feldakten und einen großen Bestand an Fotos und Postkarten von diesen Truppenkörpern sammeln. Der Hauptbestand der Sammlung sind die Archivalien des ehemaligen „Jungschützen-Museums“ (FWOÖS) welches sich am Gelände des Moorbades in Bad Wimsbach-Neydharting befand. Durch tatkräftige Bergung nach einer Überlutung des Museums ist es gelungen, diesen einzigartigen Museumsbestand, welcher noch von den Überlebenden dieses Regimentes zusammengetragen wurde, zu retten und in unsere Obhut zu übernehmen. Der persönliche umfangreiche Nachlass von FML Novak von Arienti ist eine weitere wertvolle Ergänzung des Bestandes. Neben einer Publikation konnte die Sonderausstellung über diesen Theresien-Ordensritter bereits an 4 Museen in Österreich gezeigt werden. Wir sehen es als unsere Plicht an, diesen einzigartigen Bestand an Archivalien durch die Herausgabe von Publikationen und der Ausrichtung von Ausstellungen nach modernen wissenschaftlichen Methoden darzustellen und einem breiteren Publikum näher zu bringen.

Traditionsraum Zehnerkaserne Ried

Traditionsraum Zehnerkaserne Ried

Unsere Ziele

Gestaltung einer würdigen Erinnerungskultur, in deren Mittelpunkt die Angehörigen dieser drei oberösterreichischen Regimenter stehen. Aufgaben, die im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern vom Staat nur unzulänglich wahrgenommen werden.
Objektive Information und auch Mahnung über die Folgen eines Krieges durch Gedenkveranstaltungen, Publikationen, Erhaltung und Vermehrung des umfangreichen Archiv- und Musealbestandes und Ausstellungen.
Völkerverbindende Kooperation mit Organisationen aller Nationalitäten
der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie.

Wir ersuchen Sie, uns bei diesen für unsere Landesgeschichte
bedeutenden Projekten, tatkräftig zu unterstützen!

Waldlisere zwischen Podzamce und Pilica, September 2014

Waldlisere zwischen Podzamce und Pilica, September 2014

Liebe Interessierte und Freunde des Regiments!

Werden Sie förderndes Mitglied in unserem Verein mit einem Jahresbeitrag ab 50,- Euro! Jederzeit sind auch einmalige Geldspenden willkommen.
Es geht um einen Abschnitt unserer Geschichte, der nahezu jede Familie in Oberösterreich betroffen hat. Er soll nicht in der Vergessenheit versinken. Mit dessen sachlicher Darstellung ist uns neben der menschlichen Verplichtung des Andenkens an das schwere Schicksal zahlreicher Landsleute und ihrer Familien auch eine kulturpolitische Aufgabe gestellt!
Dieser Ehrenplicht wollen wir nachkommen, auch wenn diese nicht der Mode des Tages oder dem heutigen Zeitgeist entsprechen mag.
Über Ihre Unterstützung würden wir uns sehr freuen und gerne würden wir Sie auch in unserer Runde bei den geselligen Zusammenkünften begrüßen!
Besuchen Sie uns auf unserer Homepage
www.linzer-zweier.at
oder schreiben Sie uns, damit wir uns mit Ihnen in Verbindung setzen können:
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